Da sitzen sie.

gebloggt von Herr Frants als SUB Sidetrack — Herr Frants Tue 15 Nov 2005 11:28 pm

Und warten. Auf ihren Kaffee.
Auf mich.
Ein bissl könnens noch warten.

Auf Solseite war ich in den feinsten Kaffees. Anerkannt. Gehasst.
Ich hab Berühmtheiten warten lassen. Hab sie nebenbei beleidigt.
Schauspieler, Politiker, Anwälte, Halbseidene und Vollkriminö.
Alle mussten sie solang warten, wie ich sie warten lassen wollte. Und sie kamen immer zurück, wollten mehr, wollten mich.
Ekelhaft.

Dann bin ich nach Deutschland - München, Nürnberg, Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt.
Überall das gleiche.
Sie riefen mich an, wenn ich einen freien Tag hatte.

Ich musste raus. Und floh nach Bielefeld. Dachte, ich hätte da meine Ruh, ich könnte sie zappeln lassen, ohne dabei verehrt zu werden. Ich täuschte mich.

Ich musste raus!

Und fand hierher. Der Kreis schloss sich mit einer vertikalen Drehung.

Was hätt ich tun sollen?

Ober, bleib bei deinen Tassen.

Im Café

gebloggt von Haloheidu als SUB Main — Haloheidu Fri 4 Nov 2005 2:23 pm

Grrrnd kommt durch die Tür, findet mich, setzt sich zu mir.
“Du hast Suppe im Haar.”
Ich lächle und erwidere: “Du hast blonde Fasern am Kinn.”

Wir sitzen hier und warten auf meinen Lieblingsober, der sich, wie immer, Zeit lässt. Davon besitzt er ausreichend.

“Brauchst was?” fragt mich Grrrnd.

Ich beginne nachzudenken. Brauche ich etwas? Mehr Haare, aber das ist bei Grrrnd eindeutig der falsche Wunsch. Tabak? Die Regale in meinem WC sind voll davon.

“Nein.”

Ich bin ein Freund, ich darf nein sagen und keine Überraschungen erwarten.

Wir warten weiterhin auf Herr Frants.

Soeben habe ich festgestellt

gebloggt von Haloheidu als SUB Main — Haloheidu Fri 4 Nov 2005 8:34 am

dass es Erbsensuppe war.

So sah das aus:

Am Weg ins Café

gebloggt von Haloheidu als SUB Main — Haloheidu Fri 4 Nov 2005 8:27 am

fühlte ich, wie etwas Nasses auf meinen Kopf tropfte. Ich nahm an, es seien die üblichen Kondenstropfen der Wasserleitungen, dachte nicht weiter daran.

Im Café sagte mein Lieblingsober, Herr Frants, ich hätte Suppe im Haar.
Ich konterte, dass der umgekehrte Fall schlimmer wäre für das Café. HaHa.
Er fand das nicht lustig.

Es Liebe ist

gebloggt von Grrrnd als SUB Sidetrack — Grrrnd Fri 4 Nov 2005 8:24 am

Berenakdrachenfrau ist eine Blume. Ich will ihre Haare essen. Ich will sie heiraten und kleine Grrrnds machen. Haloheidu versteht mich nicht. Menschen.

Um die Ecke

gebloggt von Haloheidu als SUB Main — Haloheidu Fri 4 Nov 2005 8:20 am

hockt Grrrnd vor einem Feuer. Auf einem Spieß ist eine blassblonde, bruzelnde Perücke.

Grrrnd grinst und flüstert mir zu, dass er sich in Frau Berenak verliebt hat. Außerdem sollen ihre Perücken köstlich schmecken, mit etwas Tabasco Sauce. Sein Lächeln beunruhigt mich.
Ich nicke freundlich und fliehe.

Meine Nachbarin

gebloggt von Haloheidu als SUB Main — Haloheidu Fri 4 Nov 2005 8:14 am

die liebe Frau Berenak. Wir sollen sie “Hanni” nennen. Was wir nicht tun.
Frau Berenak ist die gute Seele unserer Wohnetage. Man könnte sie auch Stockwerkdrache nennen. Wenn man wollte. Aber das tun wir nur dann, wenn wir wissen, dass sie sehr sehr weit entfernt ist.
Frau Berenak trägt gerne Perücken. Jeden Tag eine andere. Das erzählt sie uns auch. Täglich. Falls sie einen von uns erwischt. Also beinahe täglich. Ich überlege oft, gar nicht mehr hinauszugehen.

Eines Tages verkleidete ich mich als Gorilla. Es half nichts, ihre ersten Worte am Flur waren: “Sehr schick, Herr Haloheidu, rasieren Sie sich mal, was sagen Sie zu meiner neuen Frisur?”

Grrrnd hat bereits angeboten, ihre Wohnungstür zuzunageln.
Wir baten um Bedenkzeit.

Grrrnd

gebloggt von Haloheidu als SUB Main — Haloheidu Fri 4 Nov 2005 6:50 am

Grrrnd ist unser Rauchwarenbeschaffer. In regelmäßigen Abständen infiltriert er Tabakanlagen auf Solseite, und bringt mit seinen “Mitarbeitern” dies Gedankenkraut zu jenen nach Wien SUB, die nie die Oberwelt besuchen.
Wie zum Beispiel Benkerl.

Benkerl kam im Jahre 1914 nach Wien SUB (das wir auch liebevoll “Hrunt” nennen) - er war Bildhauer, bekam eine Menge Preise und Medaillen für seine Werke, bis er eines Tages meinte: “Ich pfeif auf den Ruhm und die Hackn. Vor allem auf den Ruhm. Und auch auf die Hackn.”

Er haut seither seine Bilder in Stein. Bis sie kaputt sind. Danach zündet er sich eine Zigarette an und sagt stets den gleichen Satz: “Das fühlt sich gut an.”

Grrrnd ist ein … sieht aus wie … kann man beschreiben als …
Nun, er ist nicht wie du oder ich. Er ist … anders. Aber das ist in Ordnung, denn er hat Manieren, schenkt die “gefundenen” Rauchwaren freizügig her, und gibt gern mal einen aus. (Lediglich Haustiere sollten in seiner Gegenwart weggesperrt werden, da seine kulinarischen Vorlieben relativ … exotisch sind.)

Die Lieblingsfrage von Grrrnd ist: “Brauchst was?”
Ein nein akzeptiert er nur von Freunden. Neulinge dürfen nur einmal nein sagen.

Wer ich bin - eine kurze Vorstellung

gebloggt von Haloheidu als SUB Main — Haloheidu Fri 4 Nov 2005 4:56 am

Ich bin ein Bewohner von Wien SUB. Man nennt mich Haloheidu.

Ich wohnte 40 Jahre lang auf der Solseite (so heißt die Oberfläche bei uns), bis ich eines Tages RAUS wollte aus dem Ganzen, ich aber keine Lust auf einen jenseitigen Schrebergarten auf dem Zentralfriedhof hatte. An diesem Tag kam ich an eine Tür, die schwarz leuchtete. Kein Schwarzlicht im herkömmlichen Sinn, bei dem die Schuppen auf der Schulter wie eine peinliche Konfettischicht wirken, sondern tiefschwarz strahlendes Licht. Und einem kleinen Schild mit dem Wort “Raus”. Die Tür war nicht verschlossen.

Seitdem bin ich … viele Jahre schon in Wien SUB (genaue Kalender gibt es hier nicht. Besser gesagt - es gibt hier abertausende Kalender, es wird schon einer dabei sein, der stimmt. Aber dieser hat sich noch nicht vorgestellt.). Seither entdecke ich täglich Neuvertrautes, welches hier fortlaufend berichtet werden soll.

Wien SUB

gebloggt von Haloheidu als SUB Main — Haloheidu Fri 4 Nov 2005 4:50 am

Wien, Orson Welles, Der dritte Mann, Schachten, Untergrund.

Vieles wurde lange Zeit vermutet, aber nun wird langsam die Wahrheit enthüllt:

es gibt eine Welt unterhalb von Wien.

Eine Welt, in der es von Einzelgängern und freiwillig vermissten Personen wimmelt, in der es bestimmte - undefinierbare - Wesen gibt (dies sollte niemals direkt besprochen werden, wenn sie zugegen sind), in der es genauso einen Alltag gibt, als hier heroben.

Es gibt nur wenige Ein- und Ausgänge. In Wien direkt sind es drei. Ein Durchgang ist in einem kleinen, tankstellenüberladenen Dorf im Burgenland. Und ein Durchgang befindet sich in Bielefeld (doch das wird gerne bestritten). Von Wien SUB wussten bisher nur seine Bewohner, und Menschen, die weg wollen, denen der Weg zum Zentralfriedhof jedoch zu langweilig, langwierig und teuer ist.

Hier beginnen die Notizen zu dieser fremden aber doch auch sehr vertrauten Welt.

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